Perimenopause Symptome: 12 überraschende Anzeichen, die viele Frauen nicht kennen

Perimenopause Symptome 12 überraschende Anzeichen, die viele Frauen nicht kennen (1)

Viele Frauen verbinden die Wechseljahre vor allem mit Hitzewallungen und ausbleibender Regelblutung. Doch bereits Jahre vor der Menopause beginnt eine hormonelle Übergangsphase, die sogenannte Perimenopause.

Diese Phase kann mehrere Jahre dauern – teilweise bis zu 8–10 Jahre. In dieser Zeit schwanken vor allem die Hormone Östrogen und Progesteron, was zu Veränderungen im Menstruationszyklus sowie zu verschiedenen körperlichen und psychischen Symptomen führen kann.

In welchem Alter beginnt die Perimenopause?

In Österreich beginnt die Perimenopause bei vielen Frauen bereits in den frühen bis mittleren 40er-Jahren.

Die Menopause selbst wird medizinisch definiert als das Ausbleiben der Regelblutung über 12 aufeinanderfolgende Monate und tritt im Durchschnitt im Alter von etwa 51 Jahren ein.

Wie viele Frauen sind von der Perimenopause betroffen?

In Österreich leben derzeit rund 4,6 Millionen Frauen.

Schätzungen zufolge befinden sich über eine Million Frauen in der Peri- oder Menopause, was etwa 10–12 % der Gesamtbevölkerung entspricht.

Studien zeigen außerdem, dass 60–70 % der betroffenen Frauen über mäßige bis ausgeprägte Beschwerden berichten, die ihre Lebensqualität teilweise deutlich beeinträchtigen können.

Welche Symptome sind typisch für die Perimenopause?

Zu den klassischen Beschwerden zählen:

  • Hitzewallungen und Nachtschweiß
  • Zyklusunregelmäßigkeiten oder verstärkte Blutungen
  • Stimmungsschwankungen, innere Unruhe oder Angstzustände
  • Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen („Brain Fog“)
  • Müdigkeit und Schlafstörungen
  • Vaginale Trockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • zunehmende Gelenkbeschwerden
  • Gewichtszunahme, aber auch Gewichtsabnahme

Eine rasche, ungewollte Gewichtsabnahme sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Neben diesen bekannten Beschwerden können auch Symptome auftreten, die viele Frauen zunächst nicht mit der Perimenopause in Verbindung bringen.

Welche weniger bekannten Symptome können in der Perimenopause auftreten?

Neben den klassischen Beschwerden berichten einige Frauen auch über weniger bekannte Veränderungen:

1. Veränderter Geschmacks- oder Geruchssinn
Hormonelle Schwankungen können sensorische Wahrnehmungen beeinflussen.

2. Brennende Zunge (Burning-Mouth-Syndrom)
Ein möglicher Zusammenhang mit sinkenden Östrogenspiegeln und veränderter Schleimhautdurchblutung wird diskutiert.

3. Juckende oder kribbelnde Haut
Missempfindungen wie Formikation oder Parästhesien können durch hormonelle Effekte auf Haut, Nerven und Feuchtigkeitsbalance entstehen.

4. Schwindel oder Benommenheit
Hormonelle Veränderungen können Kreislaufregulation und Innenohrfunktionen beeinflussen.

5. Restless-Legs-ähnliche Beschwerden
Ein nächtlicher Bewegungsdrang kann in dieser Lebensphase verstärkt auftreten.

6. Tinnitus oder verstärkte Ohrgeräusche
Hormonelle Einflüsse auf Durchblutung und Nervensystem können bestehende Beschwerden verstärken.

7. Brustspannen, Brustschmerzen oder Herzklopfen
Östrogenschwankungen können das vegetative Nervensystem beeinflussen.

8. Kurzatmigkeit oder Atemnotgefühl
Häufig im Zusammenhang mit Stress, Schlafmangel oder Angstzuständen.

9. Veränderungen der Haarstruktur oder Haardichte
Haare können dünner, trockener oder brüchiger werden.

10. Veränderungen der Libido oder des Körpergefühls
Einige Frauen berichten auch über gesteigertes Selbstbewusstsein oder sexuelles Interesse.

11. Trockene Augen oder Sehveränderungen
Ein sinkender Östrogenspiegel kann die Tränenproduktion beeinflussen.

12. Veränderungen des Körpergeruchs
Hormonelle Umstellungen können die Aktivität der Schweißdrüsen verändern.

Wichtig: Diese Symptome sind nicht spezifisch für die Perimenopause und können auch andere Ursachen haben. Eine ärztliche Abklärung ist daher wichtig.

Wie lange dauern die Wechseljahre wirklich?

Viele Frauen unterschätzen die Dauer der hormonellen Umstellung.

Die Perimenopause kann 8–10 Jahre dauern. Insgesamt kann die hormonelle Umstellungsphase rund um die Wechseljahre sogar bis zu 10–15 Jahre umfassen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Beschwerden in der Perimenopause?

Hitzewallungen treten bei bis zu 75–80 % der Frauen in den Wechseljahren auf.

Auch Schlafstörungen betreffen etwa 50–60 % der Frauen.

Trotzdem erhält ein erheblicher Teil der Betroffenen keine oder keine ausreichende Therapie, obwohl wirksame Behandlungsmöglichkeiten existieren.

Nach aktueller wissenschaftlicher Evidenz gilt die Hormonersatztherapie (HRT) als wirksamste Behandlung bei ausgeprägten vasomotorischen Symptomen, Schlafstörungen und trockenen Schleimhäuten, sofern keine medizinischen Kontraindikationen bestehen.

Welche Rolle spielen Ernährung und Lebensstil in der Perimenopause?

Eine ausgewogene Ernährung kann sich positiv auf Symptome der Perimenopause auswirken.

Empfohlen werden unter anderem:

  • ballaststoffreiche Ernährung
  • omega-3-reiche Lebensmittel
  • moderater Konsum von Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln

Auch Lebensstilfaktoren wie regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, Stressreduktion und eine ausgewogene Ernährung können helfen, Beschwerden zu lindern.

Welche langfristigen Veränderungen können nach der Menopause auftreten?

Nach der Menopause stabilisieren sich die Hormonspiegel auf einem niedrigeren Niveau.

Langfristig kann dies mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Erkrankungen verbunden sein, darunter:

  • Osteoporose
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • metabolische Veränderungen

Neue diagnostische Ansätze können helfen, individuelle Risiken besser einzuschätzen und Therapien zu personalisieren.

Über die Autorin

Dr. Sara Dunja Pempelfort ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit besonderem Schwerpunkt auf Endometrioseabklärung und minimalinvasiver Chirurgie (Laparoskopie). Sie verfügt über internationale Erfahrung und hält ihr medizinisches Wissen durch regelmäßige Fortbildungen stets auf dem neuesten Stand der Forschung.

Finden Sie die passende Fachärztin oder den passenden Facharzt für sich.
Doctify nutzt verifizierte Bewertungen, damit Sie die bestmögliche Entscheidung für Ihre Gesundheit treffen können.

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren

Für Patienten

Viele Frauen fragen sich, wie sie Veränderungen an ihrer Brust frühzeitig erkennen können und ....

Für Patienten

Dehydrierung ist mehr als nur ein trockener Mund und Durstgefühl – sie kann erhebliche ....

Für Patienten

Sie haben vom Fasten gehört und sich gefragt, ob es einfach nur ein weiterer ....